Rostrasäulen in St. Petersburg - Die Landspitze der Wassiljewski-Insel

Die Rostrasäulen sind die architektonischen Bauwerke im Zentrum von Sankt Petersburg auf der Landspitze („Strelka“) der Wassiljewski-Insel. Im 19. Jahrhundert übten sie die Funktion der Leuchttürme der nördlichen Hauptstadt aus.

Die Landspitze der Wassiljewski-Insel ("die Strelka der Wassiljewski-Insel") ist der einzigartige Ort in St. Petersburg voller historischer Punkte und Legenden. Wenn Sie diesen Ort während einer privaten Stadtführung in St. Petersburg besuchen, erhalten Sie alle Eindrücke und Details. Zurück zur Geschichte:

Die Rostralsäulen wurden 1810 nach einem Projekt des französischen Architekten Thomas de Tomon erbaut, der sie mit Schiffsbügen („Rostrums“) ausstattete. Das Design der Säulen zeigt die Größe und Macht der staatlichen Marine und erinnert auch an den alten römischen Brauch, die Säulen mit den Bügen der erbeuteten feindlichen Schiffe zu schmücken.

Der bekannte Steinmetz S.K. Suchanow arbeitete auch an diesem Projekt. Er stammte aus armen Bauern der Provinz Wologda. Die Statuen zu Füssen der Säulen wurden von den Bildhauern Jozef Camberlein und Jacques Thibault fertiggestellt. Die Übergabe der Säulen erfolgte 1815.

Die Leuchttürme wurden nachts und im Nebel angezündet und dienten somit bis 1885. Das südliche Leuchtfeuer zeigte den Weg zur Großen Newa, während das nördliche Leuchtfeuer den Weg zur Kleinen Newa anzeigte. An den Säulenfüßen befinden sich zwei männliche und zwei weibliche Figuren. Nach der weit verbreiteten Hypothese sollten sie allegorisch die großen Flüsse Russlands darstellen: die Wolga und den Dnjepr an der nördlichen Säule, die Newa und der Wolchow an der südlichen Säule. Diese Hypothese ist jedoch nicht gerechtfertigt.

Thomas de Tomon schrieb: "Das Fundament jeder Säule ist mit riesigen Figuren geschmückt, die Meer- und Handelsgottheiten symbolisieren." Die Statuen wurden nach den Vorbildern der französischen Bildhauer J. Camberlein und J. Thibault angefertigt. Der Architekt de Tomon war mit den beiden Bildhauern befreundet.

Als Material für die Skulpturen wurde zunächst Bronze gewählt, später fiel die Wahl wegen der Komplexität der Bronzeverarbeitung auf den sogenannten „Pudostsky Stein“ - Kalkstein, der im Dorf Pudost des Bezirks Gatschina gewonnen wurde. Dieser Kalkstein ist weich und elastisch in der Erde und verhärtet sich kurz nach der Extraktion an der Oberfläche, wodurch eine starke und imposante Grundlage geschaffen wird. Camberlein führte die männliche Figur an der Nordsäule aus; die anderen wurden von Thibault erstellt. Innerhalb der beiden Säulen befindet sich die Wendeltreppe. Sie führt zur oberen Aussichtsplattform mit einer riesigen Schalenlampe, die auf dem Metallstativ befestigt ist. Früher war die Schale mit dem Hanföl gefüllt, das eine riesige Flamme hervorbrachte und den Weg zu den Schiffen in der Dunkelheit oder durch den Nebelschleier anzeigte.

So funktionierte es bis 1896, als die Säule elektrifiziert wurde. Seit 1957 wurden aus wirtschaftlichen Gründen Leuchtfeuer mit Gas gespeist.

Heute werden die Leuchtfeuer nur zu besonderen feierlichen Anlässen angezündet.

In der Nacht zum 7. Juni 2011 haben die Unbekannten einen Einbruch verübt und in die südliche Rostrasäule durchgedrungen, aber das Architekturdenkmal hat nicht gelitten. In der Nacht zum 23. August 2011 gelang es dem Unbekannten, in eine der Rostrasäulen zu gelangen, er drehte Gashahn auf und zündete das Feuer an. Nach dem Bericht der Strafverfolgungsbehörden kam die Feuerwehrmannschaft an den Ort, blockierte die Rohrleitung und löschte die Fackel. Niemand litt unter den Folgen des folgenden Vorfalls.